Die Aussetzung der Wehrpflicht … ein kurzsichtiges Dilemma?

•15. November 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich verhalte mich gegenüber der Aussetzung der Wehrpflicht sehr skeptisch. Es geht mir eigentlich gar nicht um die Bundeswehr und den damit verbundenen Grundwehrdienst. Vielmehr geht es mir um den Zivildienst im Naturschutz- und Sozialbereich.

Zivildienstleistende sind nun mal günstige Arbeitskräfte. Fallen diese weg, muss eine sehr große Anzahl der Arbeiten (sei es Organisatorisches, Kleinkram,  Transportdienste, Zählungen von Vögel, Instandhaltungsarbeiten, Besucherbetreuung, Pflege und Unterhaltung von Alten) von Halbzeit- oder Vollzeitkräften erledigt werden, was den Verbänden und Einrichtungen sehr hohe Kosten verursacht und finanziell auch gar nicht tragbar sind. Diese Arbeiten müssen aber erledigt werden, damit der laufende Betrieb aufrecht erhalten bleiben kann. Also wird der laufende Betrieb durch den Wegfall von den Zivildienstleistenden ins stocken geraten bzw. die Kleinigkeiten die zutun sind, einfach liegenbleiben, was langfristig nur Schaden anrichten kann.

Auf die Aussage, dass Zivis nur Kleinigkeiten im Sinne von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu erledigen haben antworte ich: Wenn man ein wenig sucht und sich erkundigt, was es für Stellen gibt, dann findet man eine Vielzahl von sehr tollen, anspruchsvollen Dienststellen. Im Sozial- und im Naturschutzbereich werden Arbeiten liegenbleiben, die unbedingt erledigt werden müssen.

Ich selber habe auf Spiekeroog  im Bereich des Naturschutzes einen sehr interessanten, prägenden Zivildienst geleistet. Abwechslungsreich und anspruchsvoll – zur eigenen Persönlichkeitsfindung wirklich eine tolle Sache. Er hat mir sehr viel Spaß gemacht. Nein, ich habe nicht Vögel gezählt, ich war viel näher am Menschen und war im Bereich der Umweltbildung tätig. Und da tut man etwas für die Gesellschaft.

Die jetzigen Planungen sind, hoffentlich noch nicht, langfristig gedacht. Es muss doch klar sein, welche Auswirklungen die Aussetzung der Wehrpflicht hat? Wenn diese nicht klar sind, dann kommt es zu einem Kollaps.

Wie steht die Aussetzung der Wehrpflicht gegenüber G8 und dem damit verbunden verkürzten Abitur? Ein doppelter Jahrgang an Schulabsolventen muss einen Studien- bzw. Ausbildungsplatz erhalten. Bei der heutigen Situation den Unis, völlig überrannt und überbelegt, kaum vorstellbar. Wie wollen die Unis den großen Andrang der Schulabsolventen auf der Suche nach einem Studienplatz, kompensieren?

Und die weiteren Planungen nach dem Abitur sind für die meisten Schulabsolventen noch gar nicht klar und absehbar.  Da könnte man sich noch prima nach dem Abitur eine gewisse Zeit an „Auszeit“ nehmen und den Zivildienst leisten. Zugespitzt formuliert: Alle. Egal ob männlich oder weiblich. Ein Zivildienst zu leisten, sich eine gute, vielversprechende Dienststelle zu suchen, führt dazu, etwas für sich, im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung und vor Allem für die Gesellschaft, zutun.

Fazit: Wenn die Wehrpflicht schon ausgesetzt wird (eine wirklich historische Entscheidung), dann muss eine vernünftige Alternative her. Der Freiwilligendienst muss gefördert und attraktiv gemacht werden. Dies führt zu Persönlichkeitsentwicklung und damit Integration junger Menschen in die Gesellschaft. Es ist bedauerlich, dass offensichtlich die langfristigen Folgen von unserem guten Herrn von und zu Guttenberg nicht gesehen werden oder gesehen werden wollen. Vor allem die CDU, als konservative Partei und Verfechter der Wehrpflicht, sollte sich mit dieser Kehrtwende auseinandersetzen und fragen: Was wollen wir eigentlich? Unser Verteidigungsminister hat bis vor Kurzem noch gesagt, dass eine Aussetzung bzw. Abschaffung der Wehrpflicht mit ihm nicht machbar sei. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit unserer heutigen Politiker?

Die Schöne Tasche …

•26. April 2010 • 1 Kommentar

Moin miteinander,

als ich neulich (wie schnell die Zeit vergeht, es war Anfang Februar!) bei Freunden nachmittags zum Kaffee trinken war, fand ich folgende Objekte. Ohne jegliche geschlechtsbedingte Wertung finde ich sie schön, und sie kommen aus Nordhessen …

… liebevoll in Handarbeit gefertigt …

… ist für jeden etwas dabei, dem persönlichen Geschmack entsprechend …

 farbenfroh und individuell, groß und klein … jedes ist ein Unikat …

… schön groß, damit alles hineinpasst was man bzw. Frau so braucht :-)

 

Also wirklich Unikate, individuell und schön.

Falls ihr wissen möchtet, wo es diese Taschen gibt, nur zu.

Liebe Grüße Euch und eine schöne Woche.

Langeoog – Kurzurlaub und Vogelbeobachtungen

•17. April 2010 • 2 Kommentare

Moin miteinander!

Nach langer Zeit der Stille melde ich mich auch mal wieder … Letztes Wochenende hatte ich die Möglichkeit, einen Freund und Zivildienstkollegen auf der Nachbarinsel Langeoog zu besuchen. Dabei kam ich in den Genuss, von einem Fachmann begleitet, verschiedene Vogelarten sehr nah zu betrachten und entsprechende Fotos zu schießen. Ein Teil der Ergebnisse werden nun dargestellt. 

Zunächst einmal fahre ich mit der Fähre von Spiekeroog ans Festland … dabei betrachte ich unsere neue Kombifähre, die Spiekeroog IV, auch „Frosch“ genannt.  

Respekt an diejenigen, die mit den neuen Unimogs die Anhänger hin und herschieben … sieht auf jeden Fall nach einer ansprchsvollen und etwas tüddeligen Arbeit aus.

 Nach einer halbstündigen Überfahrt warte ich auf den Bus, der mich nach Bensersiel, dem Anleger für Langeoog, bringt. Dort muss ich eine Weile auf die Fähre warten … Verbindungen halt, passen nie so richtig zusammen, zumal wir tide-abhängig fahren und die Fähren nach Langeoog tide-unabhängig sind und somit die beiden Fährpläne nicht immer gut zusammenpassen.

 

Kaum saß ich dann in der Fähre, hatte ich die Möglichkeit, diese Möwe zu fotografieren … na, welche Möwe ist es? Die Frage lasse ich mal offen hier stehen.

 

Nach einer wiederum halbstündigen Überfahrt komme ich am Anleger von Langeoog an. Dort angekommen, geht es mit einer lustigen, bunten Inselbahn hinein ins Dorf. Zwischendurch sehe ich ein paar Kiebitze in den Wiesen sitzen … es kommt mir irgendwie wie auf dem Festland vor.

Im Dorf angekommen fallen die Massen an Touristen auf … es ist also um einiges größer als Spiekeroog. Nach dem ich mein Gepäck in meiner Unterkunft erfolgreich untergebracht habe, ziehe ich los, um mir das Dorf und die umgebenden Dünen genauer anzuschauen.

 

k

 

Hier fallen die viel größeren und dichter bebauten Häuser auf … das Dorf ist viel größer, im Hintergrund befindet sich ein großer Wald. Richtung Osten hin sehe ich die schöne Dünenlandschaft mit einem See und den Salzwiesen … zum Glück, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Aber im Vergleich zu Spiekeroog scheint alles größer zu sein.

 

Den ersten Tag verbringe ich mit einer Besichtigung des Dorfes und den näheren Dünen und Deichen in der Umgebung, abends wird noch gemeinsam lecker gekocht.

Am nächsten Morgen mache ich mich bei herrlichem Sonnenschein mit dem Fahrrad durch das Dorf … was fällt auf? Überall Fahrradvermietungen … die Auswahl ist groß. Gut, dass schon tags zuvor mich entscheiden konnte, welches Fahrrad ich nehme.

 

Unterwegs treffe ich auf einen alten Wasserturm … von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Strand und die dahinterliegende, offene Nordsee.

Nach einer Weile im Dorf fahren wir gemeinsam mit dem Fahrrad in Richtung Osten. Zwischendurch treffen wir eine Vielzahl von Vögel an, die ich mehr oder weniger nah genug vor die Linse bekam, um sie zu fotografieren. Toll, dass man auf Langeoog bis kurz vor die Ostspitze mit dem Fahrrad fahren kann.

Ich treffe Graugänse an, Brandgänse, Uferschnepfen, Austernfischer, Stockenten, Silbermöwen … also verschiedene Arten. Als seltenen Gast bekomme ich eine Nilgans vor die Linse.

Dieser blöde Elektrozaun … vertieft in das Fotogtrafieren der Tiere übersehe ich einen unter Spannung stehenden E-Zaun. Flopp, es zuckt einmal und der Akku der Kamera ist wieder geladen :-)

Fasane gibt es wie Sand am Mehr … dieses Gegackere kann ich langsam nicht mehr hören, jetzt mache ich einfach mal Fotos von dem Ding.

Auch ein „normaler“ Hahn läuft mir über den Weg … kikiriki …

Ganz im Osten angekommen, nach einem kurzen Strandsparziergang sehe ich sie, endlich: SPIEKEROOG, meine Insel. Wie sie leuchtet in der Sonne :-)

Auf dem Rückweg sehe ich noch zwei Graugänse in einem Teich sitzen, schön nah. Ein paar Singvögel, wie Bachstelze und Kohlmeise kommen mir auch sehr nahe, leider sind keine guten Fotos entstanden.

Eine Bachstelze …

Eine Stockente, weiblich.

 

Eine Dohle.

Nach dieser schönen, lange Tour kehren wir im Dorf ein und gönnen uns erstmal ein Schnitzel und eine große Cola :-)

An dem Sonntag lasse ich meine Kamera mal stehen und genieße so den Ausblick. Wir machen eine schöne Tour am Strand im Südwesten der Insel und machen einen Abstecher zu den Flinthörndünen, „einem Anlandungsgebiet, in dem sowohl die unterschielichsten Stadien der Dünenentwicklung von der Sandplate bis zu den älteren Graudünen beobachtet werden können als auch ein ausgeprägter Fluthaken zu finden ist, eine durch Strömung und Brandung erzeugte Sandfracht. Ein Naturschutzgebiet aus zweiter Hand: Neben Rotschenkeln, Austernfischern und vielen anderen Vogelarten brüten hier auf den höhergelegenen Schillflächen noch die vom Aussterben bedrohten Zergseeschwalben und weitere Seeschwalbenarten.“ (Quelle: Richard Pott, Die Nordsee, Eine Natur- und Kulturgeschichte, C. H. Beck Verlag, München 2003, S. 174)

Abends geht es dann mit dem Inselbähnchen zum Hafen zurück, um die Insel dann mit der Fähre zu verlassen. Ein schönes Wochenende auf Langeoog.

 

Neue Bilder von Spiekeroog …

•8. März 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Moin ihr lieben,

nun haben wir es schon März … die Zeit geht rasend dahin, der Winter geht nicht weg, es ist kalt und in einer Woche ist die Hälfte meiner Zivildienstzeit um … wahnsinn. Zum Glück ist der Schnee wieder weggetaut.

Anbei drei Bilder der Eindrücke der letzten Tage in Wilhelmshaven.

Weitere Bilder folgen gleich bald …

Einfach mal verzichten … und andere Ziele, die man so erreichen will, kennt jeder …

•8. März 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe mir, während meines Urlaubes in meiner Basis Kassel, eine Flasche Friesengeist gekauft. Diese sieht schön aus und auf der Fensterbank steht sie sehr elegant im Licht. Das Etikett sieht sehr urig gestaltet aus … friesisch eben. Der Inhalt, ein 56%iger Alkohol. Mit dem passenden Spruch …

„Wie Irrlicht im Moor flackert´s empor.
Lösch aus – trink aus, genieße leise,
auf echte Friesenweise
Dem Friesen zur Ehr – vom Friesengeist mehr.“

… und einem Gläschen davon lässt es sich leben. Kurz angezündet und nach ein paar Minuten mit dem passenden Kupferpfännchen gelöscht … der dazugehörige Showeffekt und die Geschmacksentfaltung.

Der Geschmack des Alkohols ist süßlich, warm, kalt … von allem etwas.

Ich habe mir vorgenommen, keinen Alkohol mehr zu trinken. Aller Anfang ist schwer, doch möchte ich mich zu dieser gewissen Konsequenz zwingen. Viele sagen oder denken jetzt: „Was’n mit Dir los, kein Alkohol ist doch auch keine Lösung …“, oder  “Komm’ mal klar alter“ …

Es geht ja nicht darum, dass ich irgendwie alkoholabhängig bin und daher davon wegkommen möchte. Vielmehr geht es darum, sich ein Ziel zu setzen und den Weg, dieses Ziel zu erreichen, konsequent zu verfolgen. Und da war für mich der Alkohol das beste Beispiel. Natürlich ist es schön und romantisch, abends, bei Kerzenschein mit seiner/seinem Geliebten ein Glas Wein zu trinken, oder sehr lustig, auf einer Party so richtig „die Sau rauszulassen“. Desweiteren erscheint eine Flasche Bier passend, wenn man abends auf dem Deich, oder am Strand sitzt und in die Ferne guckt. Es sind viele Argumente, die nichts gegen Alkohol, oder auch Alkohol in Maßen sprechen.

Trotzdem kann man sehr schnell aus dem „sonntäglichen Bier“ abrutschen zu einem täglichen Ritual, sein Bier zu trinken, sodass man irgendwann gar nicht mehr davon wegkommt. Ein befreundeter Sportler Mir wurde des Öfteren das Aufstehen nach einer „lustigen Party“ zur Qual … zu viel Glühwein, zu viel Bier, zu viel Schnaps … man wacht mit Würgeattacken und Kopfschmerzen am nächsten Tag auf und möchte am liebsten nie mehr aufstehen. Noch schlimmer wird es dann, wenn man dann noch erzählt bekommt, wie peinlich man sich doch letzte Nacht benommen hätte und wenn man nur noch so halb mitbekommt, wie Freunde einen völlig betrunken ins Auto schleppen …

Neee, das muss nicht sein. Es geht auch mit Cola oder Apfelschorle.  Klingt unromantisch … kann sein, aber das ist nun mal meine Konsequenz zu sagen: Ich verzichte. Ich trinke einen alkoholfreien Cocktail, eine Apfelschorle oder sonst was. Ein Selbstversuch … nein besser eine Selbstverpflichtung, denn wenn man jetzt diesen konsequenten Weg verlassen würde, würde man sich nur selbst damit betrügen. Inspiriert haben mich dazu frei Freunde, die wirklich konsequent keinen Tropfen Alkohol trinken … Danke Euch dafür.

Also, ich trinke Apfelschorle.

 
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