Moin ihr lieben,
nun sind zwei Wochen Spiekeroog und Zivi-Zeit um. Die Woche ging erstaunlicherweise sehr schnell um. Ich habe vieles neues gelernt und bin die technischen Abläufe durchgegangen, die regelmäßig anfallen. Von Tag zu Tag fällt es leichter, in der Thematik zu arbeiten, doch ganz beurteilen kann ich es noch nicht. Ich bin ja erst zwei Wochen hier und natürlich denkt man auch an seine gewohnte Umgebung zurück.
Leider war unter der Woche das Wetter sehr schlecht, außerdem mit Kleinigkeiten voll, sodass ich nicht dazu kam, Fotos von der Ausstellung zu machen und von meiner Arbeit im Umweltzentrum zu berichten, das kommt dann demnächst.
Den gestrigen, freien Sonntag nahm ich zum Anlass, bestimmte Sehenswürdigkeiten Spiekeroogs genauer zu betrachten.
Der Drinkeldodenkarkhof: Friedhof der Heimatlosen …
Am 06. November 1854 war das Auswandererschiff „Johanne“ mit 229 Passagieren und Besatzung an Bord vor der ostfriesischen Küste unterwegs in Richtung Westen der Erde. Voller Hoffnung und Erwartungen wollten diese Menschen ein neues Leben anfangen und ihr Glück versuchen. Doch dazu kam es nicht, denn das Schiff strandete vor Spiekeroog in einem schweren Sturm. Durch die Insulaner konnten viele gerettet werden, doch einige, mehr als 80 Menschen, darunter Frauen, Kinder, Säuglinge, ließen ihr Leben.
Ein damaliger Pastor bestattete die unbekannten Toten in einem Dünental außerhalb der Ortschaft. Auch weitere Schiffbrüchige in den Folgejahren wurden hier beigesetzt. Dieser „Drinkeldodenkarkhof“, banannt nach dem besagten Pastor Doden, erinnert nun heute an die damaligen Verstorbenen.
Auch die Gemeinde Kaufungen bei Kassel verlor Auswanderer und erinnert mit einem Gedenkstein.
Der Anlass von mehreren Strandungen vor den ostfriesischen Inseln ließ den Wunsch und die Forderung nach einer organisierten Seenotrettung aufkommen. So sollten an den Küsten bzw. auf den Inseln Rettungsstationen errichtet werden.
So wurden 1861, ein Jahr nach der Strandung eines weiteren Schiffes vor dem Borkum-Riff, erste Rettungsstationen gegründet. Die letztendlich heute noch bestehende Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, eine damalige Zusammenkunft mehrerer kleiner Rettngsstationen, wurde dann 1865 in Kiel gegründet. Die Flotte, verbunden mit immer höher werdenden Ansprüchen in der Seenotrettung, soll zu den modernsten der Welt gehören.
Gar nicht so weit entfernt vom Drinkeldodenkarkhof befindet sich die Neue Inselkirche Spiekeroog. 1961 eingeweiht, passt sie sich stilistisch dem einheitlichen Bild der Gebäude auf Spiekeroog an: Backstein. Eine Besonderheit hat die Orgel der Firma Janke aus Bovenden bei Göttingen: Spanische Trompeten. Geschichtlich kann man nicht viel herausfinden, denn die Alte Inselkirche ist m.E. interessanter, doch dazu später mehr.
Als letztes stelle ich mein Fahrrad ab und laufe an den Strand und genieße einfach den Ausblick.
Vorbei komme ich noch an „De Utkieker“. Einer Figur vom Kölner Künstler Hannes Helmke, gewidnet dem „unermüdlichen Wächter des Kleinod Spiekeroog“. Etwa 3,50 m hoch, steht die Bronzefigur auf einer Aussichtsdüne in der Nähe vom Strand und blickt auf die Weiten der Dünen.





















































































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